Ich habe keinen der Beiden gefragt, ob ich sie fotografieren darf, ich wollte nicht aufdringlich sein. Aber der Herr in braunem Leder hat mich wegen dieser perfekten Kleidung magisch angezogen und ich fragte mich selbst, wie er das so hinbekommen hat, ob das Zufall oder Absicht war und ob diese Lederkluft gegen die Kälte hilft, was sie wiegt und deswegen sicher eine stattliche Figur zum Tragen benötigt. So ist das auch mit dem Hydranten. Das Rot ruft nach Aufmerksamkeit und das Material zeigt Solidität. Deshalb fand ich das Zusammentreffen der Beiden ein passendes Motiv um fotografisch festzuhalten. Es war mir ein Vergnügen.
hier beim Überqueren der Rue d’Alésia, 1961, Fotografie von Henri Cartier-Bresson. Die Spiegelungen entstanden beim Fotografieren in der Kunsthalle.
Mir kam in dieser sehr schönen Ausstellung der Gedanke, ob die Gebilde unter den Köpfen wohl ein Abbild der Berge sind, die für Giacometti so wichtig waren?
Der Titel der Ausstellung ist vieldeutig und irritierend. „Ob ich aufhören wollte?“ Nein, 2012 war meine letzte Ausstellung im Kunst(Raum) in Bremen und ich werde nun zeigen, was zuletzt entstanden ist…
Außerdem benutze ich diese Gelegenheit, eine druckfrische Dokumentation meiner Arbeiten (hier hauptsächlich Projekte, Installationen, Objekte usw.) und die dazugehörenden Texte zu zeigen. In den letzten Monaten ist mit großartiger Unterstützung vom Berliner Verlag KRAUTin eine 148 Seiten starke Publikation entstanden.
Sie wurde gefördert von der Stiftung Kunstfonds, hat 148 Seiten, ISBN 978-3-96703-142-3.
Mit dem Schienenersatzverkehr (die Züge standen noch nicht dort, wo sie eigentlich morgens stehen sollten, Streik) nach Emden. Ich war erstaunt, daß schon zwischen 7 und 8 Uhr der Körper in Erwartung der Bremer Weihnachtsmärkte und des Werder Bremen Fußballspiels vorgeglüht werden muß. Der Zug wurde unerträglich voll und als sich ein junger Mann mit Bierflasche neben mich setzen wollte, habe ich protestiert. Es war aber alkoholfreies Bier. Der Lärmpegel stieg, in Oldenburg schlug der Schaffner vor, daß doch bitte Einige den Zug verlassen sollten und in einen anderen etwas weniger besetzten steigen möchten, damit er weiter fahren kann, wollte ich das tun, das war aber nicht möglich, da ich nicht zur Türe kam, die von einem holländischen Kinderwagen verstellt war, in dem ein kleiner Hund saß. Anscheinend hatten es aber andere Mitreisende zur Türe geschafft, denn die Fahrt ging weiter. ———- In Bremen wälzten sich die Menschenmassen, da war viel Grünes dabei, Richtung Innenstadt. Im Projektraum für Kunst RAUMPRO in der Knochenhauerstraße wurde ich sehr freundlich empfangen und ich konnte mein Päckchen da lassen. Etwa 80 Künstlerinnen und Künstler des BBK Bremen und der GEDOK Bremen werden das große leerstehende Ladenlokal bespielen unter dem Motto KUNST AM BAUM. Ich bin gespannt. ————
Gleich gegenüber vom RAUMPRO liegt die Konditorei Stecker mit einem nickendem Weihnachtsmann im Schaufenster:
Mit leichterem Gepäck quer durch die Innenstadt zur Weser und zum Kunstmuseum Weserburg. Die Ausstellung „Von De Stijl bis Boekie Woekie“ Künstlerpublikationen aus den Niederlanden ist für mich willkommenes Augenfutter.
Auf dem Rückweg zum Bahnhof quäle ich mich durch die Menschenmenge, die sich inzwischen vor den vielen Essbuden und Verkaufsständen versammelt. Später begegne ich noch der grüne Schals und grüne Sitzkissen tragenden Kolonne, die zum Weserstadion zieht, gleichzeitig mit einem Aufmarsch der hochausgerüsteten Polizei die in dieselbe Richtung marschiert. Das Ganze untermalt von der Predigt einer christlichen Vereinigung, die sich ganz tapfer behauptet. Wo waren eigentlich die Augsburger Fans?
Während der Heimfahrt, die ohne Probleme verläuft, geht mir eine Menge durch den Kopf. Ich stelle mir die Frage, warum ich diese Ausflüge in die Normalität mache und weiß die Antwort: damit ich nicht vergesse, daß es sie gibt.