Gestern im Theater Lazarett – Theater der Bilder

Das ist die Burg von Matti in dem Stück „Ronja Räubertochter“ nach dem Buch von Astrid Lindgren. Eike Schmidt und die Musikerin Susi Wittig führen uns in das Leben der Tochter Ronja und ihr Selbständigwerden. Es werden im Lauf der fast 2 Stunden so viele Facetten angespielt, dass ich – ich kenne das Buch von Astrid Lindgren leider nicht – manchmal den roten Faden verloren habe. Das macht aber nichts. Es tat sich für mich eine riesige Vielfalt an Spiel-Ideen auf, dazu die Requisiten, die aus den vielen Fächern des als Hintergrund aufgebauten Schrank hervorgeholt wurden und dort auch wieder verschwanden.

Teilweise wurde die Räuberfamilie durch kleine Figuren dargestellt, dann wieder als größere Handpuppe und dann wieder durch Eike Schmidt und Susi Wittig. Sie begleitete außerdem die Aufführung mit mehreren Instrumenten und ihrer Stimme. Das passte wunderbar als Gegenpol zur rauhen Räuberwelt und war eine Bereicherung.

Das Theater Lazarett hat Bedeutung für Aurich und Umgebung. Das zeigt sich auch durch die Förderung durch das Land Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen und Sparkassen Stiftung.Die Aufführungen sind sehr gut besucht, teilweise ausverkauft, sodass man sich frühzeitig um die Karten kümmern muss. Im Mai ist die Premiere von „Kohlhaas“ nach der Novelle von Heinrich von Kleist in Zusammenarbeit mit dem Laboratorium Oldenburg.

Gestern nach Appingedam – ein Abenteuer oder „der Bus nach Leer“

Das bezieht sich hauptsächlich auf die Fahrten mit Bahn, Bus, Bahn, Suchen nach Informationen über die Abfahrtsstelle, Irritationen zu veralteten Fahrplänen und daraus resultierende Unsicherheiten meinerseits, ob der Bus nach Leer überhaupt fährt – es ist ja Samstag. Herumirren in Bad Nieuweschans auf der Suche nach einem „Bahnhof“ in der Dunkelheit, nicht glauben wollen, dass es keinen warmen Aufenthaltsraum oder Warteraum gibt, schließlich finde ich einen Menschen, der meine Zweifel, ob überhaupt ein Bus nach Leer noch fährt, mit jugendlichem Charme vertreibt und ich auf einmal fast fließend Englisch sprechen kann. Diese Situation des totalen Imstichgelassenseins und sich schon erfroren an der Bushaltestelle sitzend sehend, bis am Sonntag früh der Bus nach Leer schließlich eintrifft, wird sich bei mir einbrennen. Aber das ist ja alles nicht passiert, denn der Bus nach Leer trifft ein, aber der nette Fahrer muss erstmal seinen Bus ausfegen, das deutsche Häufchen Dreck fegt er ohne groß zu überlegen mit Schwung auf niederländischen Boden, die Hinterlassenschaften in den Papierkörben landen auch im königlichen Abfallkorb. Als ich ihm sagen will, wie sehr ich mich darüber freue, dass der Bus nach Leer überhaupt fährt, versteht er meine Freude nicht, denn es steht ja fest, dass der Bus nach Leer fährt. Das kleine Weener wird auf allen Straßen durchfahren, dadurch lerne ich den Ort im Dunkeln etwas kennen. Angekommen in Leer-Bahnhof pünktlich, stehe ich ziemlich sinnlos in der „Empfangshalle“, Buchladen zu, Bäcker zu, Mann schläft in der Fotokabine, nach einer Weile bekommt er Hunger und holt aus einem unverschlossenen Gepäckfach eine runde Form mit Inhalt, den er mangels Löffel mit der offenen Hand angeht und die Hand zum Mund führt. Zwei Girls posen, klappern mit den zentimeterlangen Wimpern und schieben die Lippen vor. Bei all diesem spannenden Szenario übersehe ich den IC, den ich eigentlich auch hätte nehmen können, um nach Emden zu kommen. Ich ärgere mich. Also bewege ich mich, um die Kälte abzuwehren und warte auf den Regionalzug, der eine Männergruppe auspuckt, die ein klebriges, nach Bier stinkendes Abteil hinterlassen, in dem die Flaschen noch stehen und die Dosen zu rollen beginnen. Ich ärgere mich.

Aber Stunden vorher habe ich mich gefreut, Bernard zu sehen wie er mir die Türe zum De Kunsthof in Appingedam öffnet und mir die noch bis zum 13. Dezember 25 laufende Ausstellung zeigt. Es ist eine Doppelausstellung, Marten Klompien (1917-1996) und Bernard Divendal (1952), beide zeigen Malerei. Die Ausstellung hängt in einem wunderbar hellen Raum, durch die Fenster sehe ich Wasser und beiden Künstlern wird jeweils ein Teil des Raumes überlassen. Ich gehe nahe an Bernards Bilder, verfolge die Pinselstriche, die das Machen zeigen und genieße die entstandenen Formen, die Komposition und die Farbigkeit. Leise Wehmut überkommt mich; leider gibt es solche schönen Ausstellungsmöglichkeiten in Ostfriesland nicht, für die man sich bewerben kann und die von einer unabhängigen, wechselnden Jury kuratiert wird.

Heimfahrt siehe oben.

Armin Mueller-Stahl

Nacht und Tag auf der Erde

Kunsthalle Emden 15.11.25 – 12.4.26

Der eigentliche Grund, warum ich mir diese Ausstellung gestern in der Kunsthalle Emden angesehen habe, war: warum bin ich so voreingenommen und skeptisch, wenn die Arbeiten von Personen gezeigt werden, die auf weiteren Gebieten erfolgreich sind oder waren. Die Ausstellung bestätigt meine Skepsis. Hier steht vor allen Dingen A.M-St. im Vordergrund; er blickt von allen Plakaten und beschallt hinter einer eingezogenen Wand riesengroß die Zuhörer und auch die Besucher, die kein Interesse daran haben. Die Besucher bekommen wahrlich eine Menge zu sehen und ich bin überzeugt, es werden viele kommen, weil sie neugierig sind und sehen wollen, was A.M-St. anbietet. Aber seine Arbeiten werden nicht für sich stehen können, sie sind immer mit seiner Person verbunden, auch durch die vielen handschriftlichen Mitteilungen, die auf den Bildern zu sehen sind, wie auch durch die Filme und Lesungen.

In den nächsten Räumen hängen Lithographien aus den Beständen der Kunsthalle und es läuft ein Video, das sehr genau die Lithographie erklärt. Diese Extrapräsentation steht nur dadurch in einem Zusammenhang mit den Arbeiten von A.M.-St., dass dort auch Lithographien gezeigt werden. Ein paar Schritte weiter komme ich durch einen Raum, der für die Kunstvermittlung gedacht ist. Zwei große Wände später freue ich mich über eine beeindruckende Reihung von schwarz-weißen Kinder- Tusche(?)-Zeichnungen.

„Stadtbild“ gucken

Bahnhof Emden, 8.11. kurz vor 9 Uhr, eine enorme Schlange vor der Bäckereitheke. Entdecke, dass im Zeitschriften- und Buchladen auch Kaffee verkauft wird.

Kunsthalle Recklinghausen, 8.11, 11.30 Uhr, werde sehr nett begrüßt mit der Mitteilung: pay what you want!

Laufe mit großer Neugierde durch die Ausstellung. Bin überrascht, so viel Offenheit und Unangepasstheit zu sehen. Viel Ausprobieren und Hinweise auf das Leben und die Arbeiten der unter 35jährigen (ich meine das war das Höchstalter bei den Bewerbungen um den Kunstpreis).

Die Preisträgerin Jeehye Song bekommt eine ganze Etage und überzeugt mich sehr.

Ausschnitt

…wieder draußen

zurück zum Bahnhof Recklinghausen, bei Crobag, Ungesundes gegessen und dabei einem kleinen Jungen mit seiner Mutter zugesehen, wie achtsam er mit seiner großen Schachtel – wahrscheinlich ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk – umging und es nicht aus den Augen ließ und dauernd versuchte, zum Abstellen einen noch sicheren Platz zu finden und immer wieder darüber nachdachte, wo oben und unten war, damit das Teil ja in der richtigen Richtung an der Wand lehnte.

Hauptbahnhof Bochum, 8.11.25, 15 Uhr, weil der Rucksack mir zu schwer war, ein Taxi zum Kunstbunker genommen. Der Taxifahrer konnte den deutlich gesprochenen Straßennamen nicht verstehen, rätselte eine Weile, erst als ich den Namen auf dem handy zeigte ging es los. Über das kleine Trinkgeld war er nicht begeistert.

Im Kunstbunker ist alles wunderbar zum Hängen vorbereitet, Claudia ist da und wir haben für die schwierigen Wände eine gute Lösung gefunden. – Mich an den Boulespielern vorbeigeschlichen, in der Hoffnung nicht von einer schweren Kugel getroffen zu werden. – Das Ibis ist jetzt B&B, die Zimmer sind dieselben, ich werde nicht mehr wie eine Alte Bekannte begrüßt, das Bett ist gut, ich schlafe wie ein Stein.

Hauptbahnhof Duisburg, 9.11.24, 10.30 Uhr, zu Fuß zum Museum Küppersmühle. Obwohl es noch nicht 11 Uhr ist, läßt man mich herein und ich bekomme den ermäßigten Künstler*innen-Eintritt.

Bis zum 25.01.2026 ist noch die Ausstellung „Susan Hefuna – passage“ zu sehen. Es war eine große Freude vor allen Dingen ihre Zeichnungen zu sehen.

Über Hamm Hauptbahnhof, dem schrecklichsten Bahnhof, den ich kenne, an zweimal Erbrochenem vorbei, in den Zug nach Münster mit einer Herrentruppe ohne Alkohol aber mit blöden Sprüchen und ihren schlafenden Begleiterinnen. Aufenthalt in Münster genutzt beim „guten Bäcker“ H.Krimphove und trotz der unfassbar abgerockten Sessel ein herrliches Stück Spinattarte gegessen.

Der Pendelzug nach Emden sehr voll, weil wegen Bauarbeiten zwischen Leer und Emden nur jeder zweite Zug fährt oder wesentlich langsamerer Schienenersatzverkehr. Konnte mir intensiv den Unterschied zwischen zwei gleichaltrigen Mädchen, evtl. 8 Jahre alt, ansehen, die eine aus der Ukraine und die andere schüchterne wahrscheinlich aus Syrien. Dann noch einem jungen Mann zuhören, wie er eine junge Frau anbaggerte. Putinversteher und auch schon beim Einsteigen durch seine agressive Art mir unangenehm aufgefallen. Kurz vor Emden wurden wir Fahrgäste noch auf eine harte Probe gestellt, der Zug fuhr durch die Baustellen im Schritttempo.

Schön wieder zuhause zu sein. Tom wollte Futter. Tatort: irgendwie passte er genau zu den Fahrten durchs Ruhrgebiet und seltsamerweise gut zur Ausstellung „Junger Westen“ in Recklinghausen. Der Generationenabstand und das Nichtverstehen nehmen zu.

Gestern: Auf zwei Biere mit André Kirbach und Maike Peters-Heidemann in der Kunsthalle Emden

Es ging um die Frage „Was macht Kunst eigentlich wertvoll?“ Es war ein sehr informativer und vergnüglicher Abend. André hat uns in sein Universum mitgenommen, ich hätte gerne noch länger zugehört.

Kunstbunker Bochum – KleinFeinViele – Eröffnung 14.11.25 (17 h) —13.12.25

Es ist jedesmal ein Ereignis für mich, in diesen guten Räumen mit ausstellen zu können. Dieses Mal ist der Transport nach Bochum mit meinen drei kleinen Arbeiten einfach, ich fahre mit der Bahn und nehme sie im Rucksack mit.

Der Bochumer Künstlerbund feiert im Jahr 2026 sein 80jähriges Bestehen. Das ist unglaublich wie lebendig er ist und wie gut er gemanagt wird.

Alberto Giacometti in der Kunsthalle Bremen

hier beim Überqueren der Rue d’Alésia, 1961, Fotografie von Henri Cartier-Bresson. Die Spiegelungen entstanden beim Fotografieren in der Kunsthalle.

Mir kam in dieser sehr schönen Ausstellung der Gedanke, ob die Gebilde unter den Köpfen wohl ein Abbild der Berge sind, die für Giacometti so wichtig waren?

Das Rote Kleid

Am 26.09.2025 habe ich in Emden im Festspielhaus am Wall das Theaterstück mit den Texten von Ilse Frerichs gesehen. Ich war erstaunt über die vielen Zuschauer, die sich für dieses schwere Thema interessierten und die den großen Raum füllten.

Als Material für die Recherche und Erstellung des Theaterstücks dienten Wiedergutmachungsakten und weitere einschlägige Akten des Niedersächsischen Landesarchivs, Abteilung Aurich, Akten des Landesarchivs Nordrheinwestfalen, Abteilung Westfalen in Münster und der Abteilung Rheinland in Duisburg, einschlägige Fachliteratur sowie Biografien des Projektes Stolpersteine.

36 Schauspielerinnen und Schauspieler aus der Region brachten unter der Regie von Tim Kruithoff und Jann Aden ein beeindruckendes und beklemmendes Stück auf die Bühne. Gut dass keine Pause vorgesehen war.

Eindrücke von einem sehr kurzen Klinikaufenthalt

Das ist jetzt nicht die Klinik, aber dieses einsame Haus auf dem Klinikgelände hatte es mir angetan. Auch das nur noch schwach zu erkennende Schachbrett im Vordergrund. Vielleicht der Beginn einer Geschichte?

Dieser runzelblättrige Schneeball (Viburnum rhytidophyllum) hat lange keinen Regen mehr erlebt und wird ihn auch nicht mehr erleben.

So sah er mal aus.

Ich war über das Kreuz in meinem Zimmer sehr glücklich.