Drucken in Dortmund

Das ist ein Beitrag vom 13. Juni 2026, den ich heute hier wiederhole:

„Ich wurde sehr freundlich abgeholt. Als ich vom Parkplatz des Hauptbahnhofs aus nach oben schaute, sah ich auf ein Riesentransparent in Grundfarbe Blau, auf dem eine stilisierte Figur ein Hakenkreuz in einen Papierkorb wirft. Leider waren wir in Zeitdruck und ich konnte mich nicht weiter damit auseinandersetzen. Zurück zum Drucken und zur Druckerei Wiemer. Dort wartete der Linolschnitt, 2 Platten, „il canarino non canta più“ auf mich und auf den ersten Druck, also das Bestimmen der Farbe Gelb für den Kanarienvogel.

Ich habe dieses Motiv für ein Kalenderblatt des Grafikkalenders 2027 des Bochumer Künstlerbundes erstellt. Es wird von 2 Linolplatten gedruckt mit jeweils einer Farbe. Das Weiß entsteht dadurch, dass an diese Stelle keine Farbe kommt und so das weiße Papier erscheint. Der Bochumer Künstlerbund feiert in diesem Jahr sein 80jähriges Bestehen und seinen vierundsiebzigsten Grafikkalender. In diesem Kalender sind 12 Originale enthalten, Also Linol- und Holzschnitte, Siebdrucke, Fotografien u.a., alle 500 Stück signiert und nummeriert.

Gedruckt wird auf dieser stabilen Buchdruckmaschine in der Druckerei Wiemer in Dortmund. Die Maschine hat Charakter, viele Einstellknöpfe, die Offsetfarbe wird noch von Hand angemischt, die Papiergröße, die man mit diesem Teil bedrucken kann, ist klar und deutlich zu lesen und sie ist laut!“

Das war der alte Text. Morgen fahre ich mit dem Zug nach Bochum, bekomme von J.K. mehrere Pakete mit den bedruckten und getrockneten Blättern ins Hotel geliefert. Dann geht es an das Nummerieren und Signieren der über 500 Exemplare (einige mehr, falls sich Fehler eingeschlichen haben). Hoffentlich sind die Temperaturen wieder angenehmer, die Züge fahren und die Klimageräte funktionieren.

High as a Kite – Luftschlösser in Kunst und Wirklichkeit – Kunsthalle Wilhelmshaven vom 17.1.-6.4.2026

Christian Jankowski, Luftschloss Burg, 2026, Neon, Metall

Luftschloss Burg, Skizze von Gabriel L., Elektriker, (Chipperfield Baustelle am Chateau Royal), 2022

Insgesamt waren es 10 Luftschloss-Skizzen, Christian Jankowski, 2025. Sämtliche Skizzen von Arbeitern verschiedener Baustellen auf technischen Bauzeichnungen von Herzog & de Meuron. Die Idee fand ich spannend, hat aber nicht so richtig funktioniert. Die Skizzen der Arbeiter zeigten keine fantasievollen Luftschlösser, vielleicht weil nicht vorher darüber gesprochen wurde oder sie sind in Eile in der Arbeitspause entstanden. Schade um die Idee, da wäre mehr drin gewesen.

Beeindruckt hat mich die Arbeit von Andrea Pichl „Wessen Morgen ist der Morgen, wessen Welt ist die Welt“ von 2023. 4 Bauplanen auf Bauzäunen, die Fotografien von krachend gescheiterten (Abriss oder Leerstand) Bauvorhaben zeigen.

Zum Trost gibt es ja die Bausteine …….

Der Mann neben dem Hydranten, der Hydrant neben dem Mann

Ich habe keinen der Beiden gefragt, ob ich sie fotografieren darf, ich wollte nicht aufdringlich sein. Aber der Herr in braunem Leder hat mich wegen dieser perfekten Kleidung magisch angezogen und ich fragte mich selbst, wie er das so hinbekommen hat, ob das Zufall oder Absicht war und ob diese Lederkluft gegen die Kälte hilft, was sie wiegt und deswegen sicher eine stattliche Figur zum Tragen benötigt. So ist das auch mit dem Hydranten. Das Rot ruft nach Aufmerksamkeit und das Material zeigt Solidität. Deshalb fand ich das Zusammentreffen der Beiden ein passendes Motiv um fotografisch festzuhalten. Es war mir ein Vergnügen.

Alberto Giacometti in der Kunsthalle Bremen

hier beim Überqueren der Rue d’Alésia, 1961, Fotografie von Henri Cartier-Bresson. Die Spiegelungen entstanden beim Fotografieren in der Kunsthalle.

Mir kam in dieser sehr schönen Ausstellung der Gedanke, ob die Gebilde unter den Köpfen wohl ein Abbild der Berge sind, die für Giacometti so wichtig waren?

Des Rätsels Lösung

In meiner näheren Umgebung fiel mir schon seit längerer Zeit an einer Weggabelung ein kleiner Gegenstand auf, der neben der Straße an einem in den Boden gerammten Stab hing. Bis heute war ich zu bequem um vom Rad zu steigen und mir diesen Gegenstand näher anzusehen. Doch heute musste ich sowieso absteigen, weil mir ein Fahrzeug mit Überbreite entgegenkam.

Eigentlich hatte ich eine kleine Kamera erwartet, die die vorbeifahrenden Radfahrer zählt. Soetwas hatte ich nämlich irgendwo gelesen. Das wars nicht.

Dieser kleine Holzkasten ist mit kleinen Türchen abgedeckt, auf denen steht:

NI MM

LI ES

Die Buchstaben sind wahrscheinlich mit der Laubsäge sorgsam ausgesägt worden. Das I hat sich schon verabschiedet.

Also habe ich die Türen aufgeklappt und ich fand völlig perplex einige kleine Exemplare von

„Bibelteil Das Wort Gottes. Das Evangelium nach Lukas“ in dem Kästchen.

Anscheinend ist die sonderbare Ausstrahlung dieser Installation so mächtig, dass sie vor Zerstörung schützt. Das merke ich mir.

Finissage am Sonntag, 17.8.2025 11 Uhr

Bei der Eröffnung waren sehr interessierte Besucherinnen und Besucher anwesend, vielen Dank!

Ute rückt gerade.

„Ottos Mantel 2“ zwischen „Schornstein“ und „Raum“ und „Aufgewickelt“ in der Ecke.

„5 Tage im Schloss“ und „Pusteblume“ und meine Nasenspitze, die demnächst ganz anders aussehen wird.

„Für Clara 1 – 4“ von 2022, Collage auf Holz.

Danke an Jutta für die Fotos.

„Fünf Kleine“ von 2016, Öl auf Holz.

Es hat mir und den Arbeiten gut getan, in sehr angenehmer Umgebung gezeigt zu werden.

Und ja, mein Buch „Was bleibt“ ist noch bis Sonntag für 15 Euro zu bekommen.

Ostfriesland-Biennale im Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg, Prinzenpalais, 8.6. – 7.9.2025

Dieses große Bild von Astrid Nobel stimmt auf die Farben des Wattenmeeres ein. Ich hatte mich gefragt, wieso sich die Ostfriesland-Biennale bis nach Oldenburg zieht. Die zwei wunderbaren Räume im Prinzenpalais – leider kann Ostfriesland nichts vergleichbares bieten – können das klären. Alle hier gezeigten Arbeiten haben einen Bezug zur Nordsee und ergänzen sich gut.

 

2 Fotografien von Aurel Dahlgrün

Die Plastiken von Jonat Deelstra sind im Raum verteilt und erinnern mich an die Arbeit der Wattwürmer, ebenso an alles weitere, das im Watt zu finden ist.

Diese Ausstellung macht mir große Freude, weil ich dadurch andere bis dahin mir unbekannte Künstler – bis auf Werner Büttner – kennenlernen konnte.

Wilfrid Almendra in der Kunsthalle Lingen: Where the sun pauses 7. Juni bis 17. August 2025

Der riesige Raum der Kunsthalle war total leergeräumt. Auf dem Boden und in den Ecken standen nebeneinander oder über Eck Glasscheiben, in die zarte Pflanzen gepresst waren. Arbeitsstiefel (übersetzt in Metall), Nacktschnecken, Orangen und Kleidung (ebenso) ergänzten die Installationen.

Hauptsächlich im Kabinett waren Objekte aus Metall, verschiedenen Gläsern, Holz und Marmor und ja, Nacktschnecken und Orangen zu sehen.

Eine großartige, inspirierende Ausstellung…

Judy Chicago: Revelations in der Kunsthalle Recklinghausen vom 4.5. bis 17.8.2025

Judy Chicago (*1939) war mir hauptsächlich durch The Dinner Party (1974-1979) bekannt. Es hat mich ziemlich umgehauen, was von ihr in der Kunsthalle Recklinghausen gezeigt wird. Es gibt viel zu lesen, viele Interviews, Videos, Vorarbeiten der Dinner Party, Fotos vom farbigen Rauch und Feuerwerk usw.

Vorarbeiten zur Dinner Party

Am meisten haben mich die Arbeiten berührt, die ihr Interesse und Judys Einsatz für die bedrohte Umfeld zeigen. Hier verwundbare, benutzte, verletzte und verwaiste Bäume von 2014.

Die schöne Handschrift von J.Ch. wird souverän als Bildelement benutzt.

Die Ausstellung ist sehr sehenswert, die Führungen zu empfehlen.

Bienenwiese in Hamswehrum

Die „Bienenwiese“ ist ein Projekt der Kunststiftung Krummhörn e.V. Die dort aufgestellten „Bienenkästen“ von Bettina Bürkle aus Stuttgart weisen auf die Problematik des Bienensterbens hin, aber die auf der Wiese stehenden Obstbäume kämpfen dagegen an.

Gestern wurde bei strahlender Sonne die Einweihung gefeiert. Es war ein schöner Moment.

Wächterin der Saftbar

Bienenkästen von Bettina Bürkle (Teil der über die Wiese verteilten Installation)

Gute Aussicht für die Kunststiftung Krummhörn e.V.