Greetsieler Woche 2023, mein Raum

Hier hätte ich gerne mein kleines Filmchen eingestellt…. doch das kann man sich bis jetzt nur auf YouTube ansehen unter https://youtu.be/vJJCrb5unpl

Deshalb jetzt ein Foto:

Katzentisch, die leicht veränderte Version, etwas freundlicher und mit kleinen Löffeln im Friesenmuster

Fragil – Kulturwoche in der Johanna-Mühle

Die Ausstellung auf den drei Ebenen der Mühle war nicht einfach zu installieren, weil der Achtkant eine Herausforderung ist. Trotz der vielen Treppenstufen fanden Besucher meine Installation und sie waren erleichtert, sich auf einen der dort stehenden Unoblock-Stühle setzen zu können. Diese tauchten in meinem großen Bild „Nicht dazu gehören“ wieder auf. Diese Stühle standen zufällig da, ich habe sie mit Begeisterung dort stehen lassen. Es war überhaupt eine große Freude, Gegenstände, die es bereits in der Mühle gab oder auch einfach dort hingehören, mit in die Installation einzubeziehen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Eric Mührel „Im Blick des Angelus Novus, Glanz und Schatten fragiler Wirklichkeiten“, lud ein zu einem Gedankenspaziergang.

Das Konzert mit dem Jazz-Quartett SoundAlley war ein Vergnügen und passte hervorragend zum guten Wetter und der guten Stimmung.

den Faden nicht verlieren – il filo rosso – le fil d’Ariadne – usw.

Auch so hätte der Titel unserer Ausstellung lauten können. Der Rote Faden heißt für mich Kontinuität in der künstlerischen Arbeit, also nicht aufgeben wegen widriger Umstände und immer wieder zurückfinden. Der Rote Faden ist aber ebenso sichtbar in den Werken, jedenfalls für mich selbst. Aus diesem Grund ist also eine Ausstellung immer wichtig, wenn auch mühsam. Beim Aussuchen der Exponate wurde mir das deutlich.

Die Ausstellung ist nun auf dem Weg, 19 Arbeiten konnte ich in den Räumen hängen. Ich hatte einen exakten Hängeplan ausgearbeitet, aber es sieht dann doch umgesetzt wieder anders aus. So wie doch manches wieder anders läuft als gedacht. Es passiert viel Unvorhergesehenes mangels guter Absprache oder aus anderen Gründen, die man nicht in der Hand hat.

Das Haus – das Palais – ist prächtig. Jedenfalls macht es bei der Ausstellungseröffnung diesen Eindruck. Im täglichen Gebrauch wird die Eingangsschleuse zum Haus wieder aufgebaut und verweist so auf die Umstände eines Sozialgerichts, in dem sicher keine leichten Fällen behandelt und entschieden werden müssen.

Ich wurde nach der Eröffnung angesprochen, ob ich mit der Einführungsrede zufrieden sei. Nach einer Denkpause wurde mir erst klar, daß ich dazu keinen Grund hatte. Mit Rücksicht auf die vieljährige Erfahrung und das hohe Alter des Redners war ich nicht in der Lage gewesen, die Rede auf Inhalt oder Informationswert abzuklopfen und ob auf meine Arbeitsweise fundiert und gut recherchiert eingegangen wurde.

Die Zeit bis zum Ausstellungsende werde ich nutzen, um meine Bestände zu sichten, zu lüften, auszusortieren, vom Keilrahmen zu nehmen, Ausschnitte als Erinnerungsstücke zu machen, also kurz und gut, ist das Kunst oder kann das weg? Auf diesen Befreiungsschlag freue ich mich, auch auf den Sommer…..

Es fehlen einige Fotos, weil sie in einem Video enthalten sind, das zum Hochladen zu groß ist. Kommt evtl. später.

Am Katzentisch, 07

Nicht dazugehören, 2022, Acryl/Öl auf Leinwand, 2 x 120 x 80 cm

Diese Arbeit ist Teil von „Am Katzentisch“. Hier nehme ich den Fokus auf das Umfeld des Katzentisches. Ich habe als Sitzgelegenheit den Monobloc-Stuhl ausgesucht. Ihn kann sich Jede und Jeder leisten. Er ist weltweit erhältlich. Auf den Stühlen sitzen Amseln, die miteinander kommunizieren. Die Vorlagen für diese Amseln sind 36 s/w Fotos von I.B., die er vor 2007 auf einer Balkonbrüstung gemacht hat. Er hat einen Vogel beobachtet. Den Film habe ich in seinem Nachlass in einer Kamera gefunden, entwickeln und vergrößern lassen. Ich habe 2008 diese Fotografien mit ca. 8 gebrauchten Damenhandtaschen, die mit 4711 getränkten Taschentüchern und Poesiealben gefüllt waren, in Bochum in der Christ-König-Kirche bei der Ausstellung: 20 Bochumer Künstler stellen sich vor, gezeigt; die Fotos lagen auf der Ablage für die Gesangbücher in einer Reihe, darunter hingen an den dafür vorgesehenen Haken die Handtaschen. Ich wollte mit dieser Installation die Traurigkeit und Einsamkeit benennen, die sich (manchmal) bei den Gottesdienstbesucherinnen einstellt.

Am Katzentisch, 04

Diese Objekte werden die 2. Version des Katzentisches (Bodeninstallation) erweitern und ergänzen. Ich stelle fest, dass das eigentliche Thema der Arbeit sich verändert und ausdehnt. Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine und die zu erwartende Verknappung der Grundnahrungsmittel möchte ich diese Bedrohung ausdrücken.
Die bestehende Installation (siehe 04) wird ergänzt durch kleinere silberne Tee- und Kaffeelöffel, danach kommt eine Welle bzw. ein Schwarm von kleinen Holzlöffeln, ca. 400 Stück oder mehr. Der in der Mitte stehende Napf mit Weizen wird sicher nicht für alle reichen.
Jetzt wird die Situation kippen: Pflastersteine liegen in Reichweite. Die Nelke als Symbol der Revolution verarbeite ich zu einem Bild, das zur zornigen Katze kommt. (Katzenbild nach einer Fotografie von Elke Vogelsang aus der ZEIT-Serie: „Du siehst aus, wie ich mich fühle“).

Tschüss Henny

Henny legte mir 52 Eier. Ich freute mich an den körperwarmen Geschenken. Nun kommt sie nicht mehr zu mir. Auch der Kater vermisst sie, obwohl er eifersüchtig war. Welches Ende Henny genommen hat, weiß ich nicht sicher. Der eigentliche Besitzer erzählte etwas vom „Fuchs“. Ich glaube nicht dran. Wahrscheinlich hat wieder der neue Hund gewütet. Seltsam: gerade muss ich an den Krieg denken.

Nr. 50 – 52 hänge ich an den Osterstrauß, leer und bemalt. Vorher haben sie einem Kuchen gedient.

Fünf vor Zwölf

Gestern fand ich bei den Kinderbüchern im Sozialen Kaufhaus der Caritas in Emden „Der kleine Maulwurf, Uhrenbuch“. Damit wollte ich den beiden Kleinen das Uhrenlesen zeigen. Nun steht die Uhr erstmal – bis die Beiden kommen – auf fünf vor zwölf. Ich wünsche mir, daß sich die Zeiger nicht weiter bewegen.
Ich erinnere mich, daß der Sirenentest bei mir samstags um 13 Uhr losging. Vielleicht wäre das eine Idee, bei den künftigen Tests der noch nicht vorhandenen Sirenen die Uhr auf 11.55 Uhr einzustellen, Herr Minister Seehofer?

Tom, der Neue

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Tom ist seit dem 12. Juni bei mir. Seine Fellmusterung fasziniert mich immer von Neuem. Ausgehend vom Rückenstreifen zieht sie sich absolut identisch über den ganzen Körper. Wenn er vor mir herläuft, – natürlich um mir zu zeigen, daß sein Fressnapf schon wieder leer ist, – kommt er mir vor wie ein Reptil. Nur wenn Tom mich ansieht, ist es mit der Symmetrie vorbei: Er hat nur noch ein Auge, das rechte. Ich hoffe, das trübt seinen Blick auf die politische Lage nicht. Ich wünsche mir jedenfalls eine lange harmonische Hausgemeinschaft mit ihm und weiter ungetrübte liebevolle Zuneigung. Das soll ja selten vorkommen….