Filmfest Emden – Film Douglas Gordon by Douglas Gordon am 6.6.2026 11 Uhr in der VHS Emden

Leider kam ich etwas zu spät und wurde im Dunkeln zu einem Platz geleitet. Der Film hatte gerade angefangen, langsam stieg ich in den Film ein. Ich begriff, dass es sich auf der einen Seite um eine Dokumentation über den Künstler Douglas Gordon handelt, andererseits auch um eine Dokumentation über das Machen dieses Films und die Gespräche darüber zwischen dem Regisseur Finlay Pretsell und dem sehr lebendigen und erfolgreichen Künstler ( vieles zu erfahren unter www.douglasgordonart.com, 1966 * in Glasgow, 1996 Turner Preis, Mitglied der Akademie der Künste Berlin). Auf seiner website habe ich den Satz gefunden: I AM THE CURATOR OF MY OWN MISERY (2010).

Nach Ende des Film befragte Edzard Wagenaar den Regisseur Finlay Pretsell (links) über das Zustandekommen dieses Kunstfilms. Die Annäherung an den Künstler war wohl nicht leicht und der Filmtitel deutet darauf hin.

Leider konnten auch Zuschauer Fragen an den Regisseur stellen. Besonders eine Zuschauerin hatte nicht verstanden, dass es sich nicht um einen Spielfilm gehandelt hat und begann ihre Maßstäbe, die sie bei einem Spielfilm verwendet, auch hier einzusetzen. Ich wollte nicht abwarten, wie sich Edzard dagegen zur Wehr setzt und verließ die Veranstaltung, auch weil ich mich fremdschämte.

art Düsseldorf, letzte Woche

Die Fahrt von Emden nach Düsseldorf und zurück mit dem IC in 3 Stunden und 10 Minuten und die Rückfahrt in einem ICE war problemlos und entspannt. Ich benutze sonst nur mit dem Deutschland-Ticket die Regionalzüge und bemerke einen großen Unterschied, vor allen Dingen was die Sauberkeit betrifft.

Auf der Messe traf ich Lore Bert *1936 am Stand von Dorothea van der Koelen wieder. 2019 habe ich L.B. in Venedig parallel zur Biennale in der Kirche San Samuelle gesehen. Damals drohte aqua alta und ich hatte Bedenken um die Sicherheit ihrer schönen Papierarbeiten.

Amber Watts erklärte mir am Stand von Galerie Bene Taschen die feinen Fotografien aus dem Ruhrgebiet von Rudi Meisel. Es war für mich total beruhigend nach all den anderen Aufgeregtheiten auf der Messe: die hohe Qualität der Fotografien ist nicht nur mir aufgefallen.

Raquel Algaba *1992 am Stand von Reiners Contemporary Art fiel mir auf.

Ich habe lange überlegt warum. Vielleicht weil mir die Verwendung von Bildelementen so gefällt, die auf andere mir unbekannte Kulturen verweist.

Wut im Kunstbunker Bochum

Mit diesem Beitrag bin ich dabei:

Aggression bzw. Abwehrhaltung aus einer geschützten Situation heraus (die Glasglocke), wobei die Stacheln auch aus Glas sind. Dazu steht das Ensemble hervorgehoben  auf einem Sockel. Die Figur unter dem Glasdome bewegt sich befreit und ohne Angst. Ob dieses Bild aus einem bestimmten Anlass heraus entstanden ist, kann ich nicht mehr sagen. Aber ich erinnere mich gut, dass ich unbedingt dieses eine Blau verwenden wollte und es mir egal war, ob das Bild nach Beendigung des Malaktes dem Betrachter einen Einblick in meinem augenblicklichen Gemütszustand gibt oder nicht. Das Malen tat gut.

Stachlig, (Selbst 1) 2009, Öl auf Leinwand, 90×110 cm

High as a Kite – Luftschlösser in Kunst und Wirklichkeit – Kunsthalle Wilhelmshaven vom 17.1.-6.4.2026

Christian Jankowski, Luftschloss Burg, 2026, Neon, Metall

Luftschloss Burg, Skizze von Gabriel L., Elektriker, (Chipperfield Baustelle am Chateau Royal), 2022

Insgesamt waren es 10 Luftschloss-Skizzen, Christian Jankowski, 2025. Sämtliche Skizzen von Arbeitern verschiedener Baustellen auf technischen Bauzeichnungen von Herzog & de Meuron. Die Idee fand ich spannend, hat aber nicht so richtig funktioniert. Die Skizzen der Arbeiter zeigten keine fantasievollen Luftschlösser, vielleicht weil nicht vorher darüber gesprochen wurde oder sie sind in Eile in der Arbeitspause entstanden. Schade um die Idee, da wäre mehr drin gewesen.

Beeindruckt hat mich die Arbeit von Andrea Pichl „Wessen Morgen ist der Morgen, wessen Welt ist die Welt“ von 2023. 4 Bauplanen auf Bauzäunen, die Fotografien von krachend gescheiterten (Abriss oder Leerstand) Bauvorhaben zeigen.

Zum Trost gibt es ja die Bausteine …….

Gestern im Theater Lazarett – Theater der Bilder

Das ist die Burg von Matti in dem Stück „Ronja Räubertochter“ nach dem Buch von Astrid Lindgren. Eike Schmidt und die Musikerin Susi Wittig führen uns in das Leben der Tochter Ronja und ihr Selbständigwerden. Es werden im Lauf der fast 2 Stunden so viele Facetten angespielt, dass ich – ich kenne das Buch von Astrid Lindgren leider nicht – manchmal den roten Faden verloren habe. Das macht aber nichts. Es tat sich für mich eine riesige Vielfalt an Spiel-Ideen auf, dazu die Requisiten, die aus den vielen Fächern des als Hintergrund aufgebauten Schrank hervorgeholt wurden und dort auch wieder verschwanden.

Teilweise wurde die Räuberfamilie durch kleine Figuren dargestellt, dann wieder als größere Handpuppe und dann wieder durch Eike Schmidt und Susi Wittig. Sie begleitete außerdem die Aufführung mit mehreren Instrumenten und ihrer Stimme. Das passte wunderbar als Gegenpol zur rauhen Räuberwelt und war eine Bereicherung.

Das Theater Lazarett hat Bedeutung für Aurich und Umgebung. Das zeigt sich auch durch die Förderung durch das Land Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen und Sparkassen Stiftung.Die Aufführungen sind sehr gut besucht, teilweise ausverkauft, sodass man sich frühzeitig um die Karten kümmern muss. Im Mai ist die Premiere von „Kohlhaas“ nach der Novelle von Heinrich von Kleist in Zusammenarbeit mit dem Laboratorium Oldenburg.

Gestern: Auf zwei Biere mit André Kirbach und Maike Peters-Heidemann in der Kunsthalle Emden

Es ging um die Frage „Was macht Kunst eigentlich wertvoll?“ Es war ein sehr informativer und vergnüglicher Abend. André hat uns in sein Universum mitgenommen, ich hätte gerne noch länger zugehört.

Hinweis in eigener Sache:

Der Titel der Ausstellung ist vieldeutig und irritierend. „Ob ich aufhören wollte?“ Nein, 2012 war meine letzte Ausstellung im Kunst(Raum) in Bremen und ich werde nun zeigen, was zuletzt entstanden ist…

Außerdem benutze ich diese Gelegenheit, eine druckfrische Dokumentation meiner Arbeiten (hier hauptsächlich Projekte, Installationen, Objekte usw.) und die dazugehörenden Texte zu zeigen. In den letzten Monaten ist mit großartiger Unterstützung vom Berliner Verlag KRAUTin eine 148 Seiten starke Publikation entstanden.

Sie wurde gefördert von der Stiftung Kunstfonds, hat 148 Seiten, ISBN 978-3-96703-142-3.

Honig für Kunst und Gesellschaft

ein Projekt der Kunststiftung Krummhörn e.V. und Prof. Dr. Hartmut Kraft, Köln, in der kirbach.Galerie in Pilsum / Krummhörn vom 17. Mai bis 19. Juli 2025

Zu sehen sind Arbeiten von Joseph Beuys und von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Hede Bühl, Felix Droese, Heiner Koch, Michael Buthe, Rolf Iseli, Timm Ulrichs, Herbert Zangs, Björn Noergaard, Walter Vogel, Ute Klophaus, Robert Filliou, Jürgen Klauke, Falko Marx, Bernhard Johannes Blume, Rune Mields, C.O. Päffgen, Heinz Günter Prager, Johannes Brus, Ulrike Rosenbach, George Brecht, und Bernard Schultze/Ursula Schultze-Bluhm. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der Herangehensweisen an dieses Thema.

Bücher zum Bienen-Thema lagen auch aus. Da „stach“ mir die Biene Maja von 1921 buchstäblich ins Auge.

und das Buch von Georg Klein (Bunde Ostfriesland) „Im Bienenlicht“ von 2023 mußte ich unbedingt auch in die Hand nehmen.

Leider habe ich nicht nachgesehen, von wem der Umschlag ist.

Gela van Borssum (1498-1574)

Kurz vor 15 Uhr waren wir mit Gela van Borssum, verheiratete Beninga, vor der Kirche in Grimersum verabredet. Sie holte uns mit einer Handspindel spinnend ab, um den Interessierten über ihr Leben und ihren Mann Eggerik Beninga zu erzählen. Britta Kaufmann war grandios in diese Rolle geschlüpft und sie konnte uns anschaulich in die Zeit vor 500 Jahren zurückversetzen.

Theater Lazarett – gestern

80 Minuten Eike Schmidt beim Spielen zuzusehen ist eine großartige Sache. Vieles erwacht zum Leben: die kleine Rathausfassade: dort leuchtet ein Fenster auf, wenn dahinter die Ratsherren darüber diskutieren, was es mit dem Meeresungeheuer auf sich hat; die Nautilus, die als Modell über dem Aquarium steht, in dem sich die Forscher, Haie und anderes Getier tummelt, das mit dem eingesammelten Grünzeug verspeist werden kann; die kleine Südseelandschaft mit Palmen und dem Vulkan, der sich öffnet und Einblicke preisgibt; schließlich die Eislandschaft, in der die gestrandete Mannschaft aufgibt und wieder zurück zur Nautilus stapft. Das Spielen mit den kleinen wunderbar neutralen Körpern, aber mit Charakterköpfen und Stimmen (von Eike Schmidt) findet auf der gesamten kleinen Bühnenfläche statt, unterstützt von Lichteffekten, begleitender Musik und einer Erzählerstimme.

Als ich wieder nachhause fuhr und darüber nachdachte, warum mich diese Vorführung so begeistert hat, verpasste ich in Gedanken versunken eine Abzweigung und war deshalb länger unterwegs. Rechts und links gab es Feuerwerk.